Burnout oder die durch Belastung ausgelöste Depression

Burnout ist in aller Munde und fast jeder hat jemanden im Bekannten- und Freundeskreis, der schon einmal eine ‚Pause‘ gebraucht hat. Durch die Salonfähigkeit des Begriffs ‚Burnout‘ und vielleicht auch durch die gesellschaftliche Anerkennung des ‚Überarbeitet-‘ oder ‚Ausgebrannt-Seins‘ hat sich eine Verwässerung der eigentlichen Bedeutung in der Umgangssprache entwickelt.

Doch folgende Symptomatik deutet auf ein ‚Burnout‘ und die belastungsbedingte Depression hin:

  • Orientierungslosigkeit, Antriebslosigkeit
  • Dumpfheit, Leere
  • Farbwahrnehmung lässt nach, die Welt wird farblos
  • Schlafstörungen, Hitzewallungen
  • Wunsch, dass dieser Zustand aufhört

Sie fühlen sich betroffen?

Dann sind Sie hier richtig. Um den Ursachen auf den Grund zu gehen und das Dahinter zu beleuchten bzw. ein tieferes Hineinrutschen zu vermeiden, kommen Sie zu uns zur Familienaufstellung. Dies können Sie sowohl präventiv als auch therapiebegleitend machen.

Abgesehen davon haben wir eine Bewusstheitsgruppe,die sich regelmäßig trifft. Die Übungen, die wir dort gemeinsam machen, sind eine gute Möglichkeit, einem Burnout und einer daraus resultierenden möglichen Depression entgegenzuwirken.

Vereinbaren Sie ein unverbindliches Kennenlerngespräch telefonisch unter 07681-476 99 31 oder per Mail über info@familienaufstellung-waldkirch.de.

Unsere Arbeit ersetzt keinen Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten. Doch kann sie sehr hilfreich sein und den Weg aus der Krise beschleunigen.

 

Aber zurück zum sogenannten ‚Burnout‘:

In einem ersten Schritt wäre zu klären, ob die Symptome nur aus einer Überlastungs- und Stresssituation resultieren, oder ob es möglicherweise noch weitere Komponenten gibt, die zum Status quo geführt haben.

Dazu gilt es, den Begriff ‚Burnout‘ genau zu beleuchten.

Was genau ist Burnout?

„Burn-Out-Syndrom: Emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfungszustand nach einem vorangegangenen Prozess hoher Arbeitsbelastung, Stress und/oder Selbstüberforderung.“ (Großes Wörterbuch Psychologie; Compact, 2007).

Burnout ist im Unterschied zu Depression keine Behandlungs-, sondern eine Rahmen- oder Zusatzdiagnose:  https://de.wikipedia.org/wiki/Burn-out

Es ist eine Reaktion auf chronische Stressoren, vor allem im Beruf. Das Gefühl von ‚Ausgebrannt-Sein‘ und der ‚Zustand der totalen Erschöpfung‘ trifft es wohl am ehesten.

Was ist der Unterschied des Burnouts zur Depression?

Meine Erfahrung ist, dass das umgangssprachlich als Burnout bezeichnete Syndrom meist in eine Depression mündet, die durch erhöhten Stress ausgelöst wurde. Unabhängig davon, in welchen Lebensbereichen die Stresssituation auftritt, begünstigt die Be- bzw. Überlastung den Beginn einer Depression.

Falls Sie sich hier wiederfinden, sind Sie mit Ihrem Problem nicht allein. Stärker als in anderen EU-Staaten fühlen sich die Bundesbürger von Depressionen belastet. Eine neue EU-Gesundheitsbefragung (EHIS), veröffentlicht durch das Robert-Koch-Institut, bezeugt dies. Demnach kommt eine depressive Gefühlslage mit 9,2 % der Befragten in Deutschland deutlich häufiger vor als im EU-Durchschnitt mit 6,6 %. Die Quote in Deutschland liegt sogar fast an der Spitze der 25 EU-Länder, die bei der Studie mitmachten: Nur Luxemburg liegt noch höher mit 10%.

Bemerkenswert dabei ist der Umstand, dass es den Bürgern finanziell noch nie so gut ging wie heute, und wir schon seit über 70 Jahren Frieden in Europa haben. Rational gesehen, geht es den Deutschen so gut wie nie zuvor. Umso mehr stellt sich die Frage nach den Ursachen für so hohe Tendenz zu Burnout und daraus resultierenden Überlastungsdepressionen.

Die Symptome haben zum einen systemische Gründe, die wir in der Aufstellungsarbeit deutlich erkennen können. Zum anderen gibt es eine gesellschaftliche Entwicklung, die das Zuviel und das daraus resultierende Burnout bzw. die belastungsbedingte Depression begünstigt.

Systemische Gründe und Ursachen einer Depression

Ursache der Depression ist meist ein Grundgefühl der Trauer, was nie aufgearbeitet oder gelebt wurde. Die jeweiligen Lebensumstände wie beispielsweise Stress, Schwangerschaft/Geburt, ein Schicksalsschlag oder eine konfliktive Familiensituation begünstigen das Wirken dieses Grundgefühls. Bislang verborgen und verdrängt, kann das Gefühl jetzt seine Wirkung entfalten und führt zu entsprechenden Symptomen. So ist ein vereinfachter therapeutischer Ansatz, herauszufinden, welches Ereignis im Leben des Betroffenen das Trauergefühl ursprünglich verursacht hat. Das Ereignis kann weit zurück in der Kindheit liegen und somit vermutlich tief im Unbewussten des Erkrankten. Das Gefühl zu diesem Ereignis wurde verdrängt, lebt jedoch weiter im Unbewussten des Betroffenen. Das konstante Verdrängen raubt Lebensenergie und führt dadurch zu den entsprechenden Symptomen. Das Ereignis kann traumatisch gewesen sein und das nicht aufgelöste Trauma führt zu einer Depression als eine posttraumatische Belastungsstörung.

Dabei ist nicht das eigentliche Gefühl der Krankheitsauslöser, sondern das konstante unbewusste Unterdrücken des Gefühls. Warum wird das Gefühl unterdrückt? Aus der Angst heraus, es nicht aushalten zu können. Es ist somit die Schutzreaktion des Organismus auf die Bedrohung: „Wenn ich dieses Gefühl ganz und vollständig fühlen muss, dann muss ich sterben, weil ich es nicht aushalte“. Somit spielt in letzter Konsequenz auch die Grundangst vor dem Tod eine Rolle. Der Organismus schützt sich, indem er sich vom Gefühl abspaltet und es nicht fühlt. Betroffene berichten von unerträglicher Leere und Abgeschnittenheit.

Sehr oft sehen wir aber auch, dass das Ereignis, das der Depression zugrunde liegt, nicht im Leben des Erkrankten liegt. Häufig wird ein nicht ausgelebtes Gefühl von Trauer in die nächste oder gar übernächste Generation verschoben. Wir sehen Ereignisse – oft Kriegsereignisse – die über Generationen eine Kette von Depressionen in den Familien auslösen. Das ‚Vererben‘ von Depressionen wird beim Familienstellen sichtbar. Es kann durch dieses Sichtbarwerden an der Wurzel aufgelöst werden.

Genau diese Verschiebung sehen wir nicht selten bei depressiven Kindern und Jugendlichen. Die Verwirrung der Gefühle (‚Emotionalkörper‘) des Betroffenen ist groß, da das erlebte Gefühl rational keinem Ereignis zugeordnet werden kann. Trauer kann, wenn ihre Ursache geklärt ist und ihr Raum gegeben wird, unter idealen Bedingungen vollkommen ausklingen. Eine Trauer jedoch, die nicht zum Betroffenen gehört sondern auf ihn im Familiensystem verschoben wurde, kann nicht natürlich ausklingen.

Wenn sich gar übernommene Gefühle von den Eltern oder Großeltern mit Gefühlen aus eigenen Erlebnissen potenzieren, wird es schnell unübersichtlich. Es macht Sinn, die unterschiedlichen Ursachen aufzulösen. In solchen Fällen schauen wir uns Schritt für Schritt an, was die Ursachenkette ausmacht und was der nächste Schritt ist. So kann das verborgene und eingeschlossene Gefühl befreit werden. Heilung geschieht nicht durch das Verdrängen und Weghabenwollen, sondern durch das Hineinfühlen und Hindurchfühlen. Dadurch kann sich das übertragene Gefühl auflösen und die Symptome einer Depression ebenso.

Gesellschaftliche Gründe und Ursachen

In Zeiten zunehmender Medialität und schwindender Religiosität entsteht zum einen ein Vakuum, das mangels Glauben an was auch immer gefüllt werden will. Zum anderen ist es so, dass wir uns von unseren Gefühlen immer weiter entkoppeln, da es kaum mehr Raum für das Fühlen gibt. Jede Sekunde scheint durch Medien- oder sonstige, oft sinnlose Beschäftigung gefüllt zu sein. Selbst ein Buch lesen, etwas erledigen, im Internet surfen, spielen usw. lenkt einen von den eigenen Gefühlen ab und verschüttet den Zugang zu ihnen.

Gerade die ständige Erreichbarkeit und die ununterbrochene Interaktion mit den Medien ist eine typische Begleiterscheinung unserer digitalen Zeit. Sie bewirkt bei genauer Betrachtung jedoch eher zusätzlichen Druck als echte Flexibilität. Genau solche Auslöser sowie Stress und Überforderung sind im Kern die Ursachen für Burnout.

Burnout Prävention

Aufgrund dieses Mangels an Zugang zu uns selbst, gibt es ein wachsendes Interesse der Menschen an Kursen wie Yoga, Thai Chi, Fitness, Pilates, Meditation usw. Hier soll den suchenden Menschen der Raum gegeben werden, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen.

Ein anderer Weg, in Kontakt mit sich selbst zu kommen, wird in unserer Bewusstheitsgruppe beschritten. Wir wenden uns in diesen Treffen direkt und ohne Umweg dem Fühlen zu. Ich halte dieses Vorgehen für die allerbeste Prävention gegen Depression und Burnout. Denn der direkte Zugang zu den eigenen Gefühlen und das Aufgeben des Widerstandes gegen sie lassen negative Gefühle ausklingen und verhindern damit eine depressive Erkrankung. Die Abkopplung von den Gefühlen findet nicht mehr statt, weil die Erfahrung gemacht wird, dass jedes Gefühl ausgefühlt werden kann. Die Vorstellung, man könne ein Gefühl nicht aushalten, verblasst.

Informationen zur Bewusstheitsgruppe:

Bewusstheitsgruppe – Waldkirch

WICHTIGER HINWEIS:

Menschen mit einer Depression benötigen professionelle Hilfe. Die Behandlung und Begleitung muss zwingend von einem geeigneten Therapeuten durchgeführt werden.

Somit kann die Bewusstheitsgruppe oder die Aufstellungsarbeit als präventive Maßnahme, oder bei bestehenden Diagnosen ausschließlich ergänzend zu einer laufenden Therapie mit Zustimmung des Therapeuten wahrgenommen werden.

Familienaufstellung kann das entscheidende Puzzleteil zur Auflösung der Depression bringen. Die Übungen in der Bewusstheitsgruppe beugen Depression und Burnout vor.